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China verstehen. Handlungskompetenz stärken.:

China-Kompetenz an Schulen

Junge steht vor einem Zeitstrahl und erklärt der Klasse etwas
© Michael Neuhaus

Warum China-Kompetenz heute unverzichtbar ist

Die Volksrepublik China verändert mit ihrer globalen Präsenz und neuen Allianzen zunehmend die internationale Ordnung. Deutschland muss sich in diesem Spannungsfeld strategisch positionieren: offen zur Zusammenarbeit, zugleich klar in der Wahrung demokratischer Werte und grundlegender Interessen. 

Um mit dieser Komplexität umzugehen, brauchen wir mehr als punktuelles Wissen. Gefragt ist ein vertieftes Verständnis der politischen, kulturellen und historischen Dynamiken in chinesischsprachigen Regionen. Ein modernes Bildungssystem sollte junge Menschen dazu befähigen, sich informiert und verantwortungsvoll in einer global vernetzten Welt zu bewegen. Verständigung, Dialogfähigkeit und Urteilsvermögen bilden dabei zentrale Leitmotive.

In einer Zeit tiefgreifender Umbrüche und widersprüchlicher Narrative besitzt Bildung eine Schlüsselrolle: Sie vermittelt Orientierung, stärkt das kritische Denken und ermöglicht jungen Menschen, eine eigene, fundierte Haltung zu entwickeln.

Was wir unter China-Kompetenz verstehen

Das Bildungsnetzwerk China wurde 2020 mit dem Ziel gegründet, China-Kompetenz im deutschen Schulsystem systematisch zu stärken und Begegnungen zwischen Jugendlichen in Deutschland und in chinesischsprachigen Regionen zu fördern.

China-Kompetenz besteht für uns im Zusammenspiel von Wissen, Fähigkeiten und Haltung. Sie verleiht jungen Menschen die wertvolle Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge einzuordnen, begründet zu urteilen und in interkulturellen Kontexten sicher zu agieren. 

Diese Kompetenz baut auf drei Säulen auf:

  • Chinesische Sprachkompetenz als Schlüssel zu vertieftem Verständnis und Kommunikation.
  • Interkulturelle Handlungskompetenz, d. h. die Fähigkeit, sich in interkulturellen Begegnungen sprachlich wie nonverbal angemessen zu verhalten, Situationen kontextsensibel einzuordnen und die Perspektive zu wechseln.
  • Soziokulturelles Wissen zu historischen, kulturellen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen von chinesischsprachigen Regionen.

Wir sehen diese Ebenen als gleichwertig. In der Schule finden sie ihren idealen Raum, um über die gesamte Bildungslaufbahn hinweg systematisch aufgebaut zu werden.

China-Kompetenz auf die Bildungsagenda bringen

Als Schnittstelle zwischen Bildungspraxis, Wissenschaft und Politik entwickeln wir tragfähige Konzepte und beraten Schulen sowie Entscheidungsträger:innen. Wir analysieren aktuelle Entwicklungen, formulieren Handlungsempfehlungen und vernetzen Akteur:innen aus allen gesellschaftlichen Bereichen. Unser Ziel ist es, China-Kompetenz nicht nur punktuell zu fördern, sondern sie langfristig und strukturell im deutschen Bildungssystem zu verankern.

Ein zentraler Meilenstein war unsere Mitwirkung an der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (heute BMFTR) gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz (KMK) und dem Auswärtigen Amt (AA) im Jahr 2022. Aufbauend auf der Initiative von 2018 legte dieser Prozess einen besonderen Fokus auf die Stärkung des Spracherwerbs.

Den Kern bildete ein breit angelegter Beteiligungsprozess, der Fachpersonen aus Wissenschaft und Praxis zusammenführte. Der Austausch fand in drei thematischen Expert:innengruppen statt, die Impulse und Handlungsempfehlungen zur Stärkung des Chinesisch-Unterrichts erarbeiteten:

  • Universitäre Lehre und Forschung
  • Aus- und Weiterbildung von Chinesisch-Lehrkräften
  • Unterrichtspraxis in Schule und beruflicher Bildung

Die Ergebnisse wurden im April 2024 im Empfehlungspapier „Chinesisch als Fremdsprache“ veröffentlicht. Als direkter Erfolg dieser Initiative erschien zeitgleich die erste Förderrichtlinie des BMBF zur Erforschung von Vermittlung und Erwerb des Chinesischen – ein wichtiger bildungspolitischer Meilenstein.

Ergänzend dazu begleiten wir die Entwicklung von China-Kompetenz im Schulbereich durch kontinuierliches Monitoring. 

In regelmäßigen Erhebungen – zuletzt 2023 gemeinsam mit dem Fachverband Chinesisch – analysieren wir u.a. den aktuellen Stand des Chinesisch-Unterrichts, die Rolle von China-AGs als niedrigschwellige Einstiegsformate sowie die Entwicklung von Schulpartnerschaften mit China und Taiwan nach der Pandemie. 

Diese Daten bilden eine verlässliche Grundlage für den bildungspolitischen Dialog und die strategische Weiterentwicklung unserer Programme.

Von der Strategie in die Praxis

Bildungspolitische Impulse entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie im Bildungsalltag ankommen. Deshalb verbinden wir unsere strategische Arbeit eng mit konkreten Angeboten für Schulen, Lehrkräfte und junge Menschen.

Studien zu China-Kompetenz in Deutschland