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Sprachen lernen:

Chinesischunterricht

Eine deutsche und eine chinesische Schülerin sitzen an einem Tisch und sprechen miteinander

Sprache als Schlüssel

Chinesische Sprachkenntnisse sind ein wesentliches Element für ein tiefergehendes Verständnis der chinesischen Gesellschaft und Kultur. Allerdings hat die Vermittlung der chinesischen Sprache(n) in der deutschen Schulbildung keine Tradition. Für viele Menschen in Europa hat das Chinesische mit seinen Schriftzeichen und seinem ungewohnten Lautsystem bis heute etwas Exotisches, an das sich nur wenige heranwagen. 

Für die Vermittlung des Chinesischen als Fremdsprache gilt noch mehr als für europäische Fremdsprachen, dass sie nur mit soziokulturellem und interkulturellem Orientierungswissen über China erfolgreich gelingen kann. Der Zugang zu den historischen und kulturellen Hintergründen dieses Kulturkreises, der weite geografische Räume umfasst und sich über Jahrtausende unabhängig von Europa entwickelt hat, gelingt zumeist erfolgreicher mit einer fachlichen Begleitung.

Die Lage an den Schulen

Deutschlandweit haben zurzeit über 500 Schulen, darunter Grundschulen, berufliche Schulen und vor allem Sekundarschulen, einen China-Bezug, das heißt, sie bieten eine China-AG an, Chinesisch als Wahlpflichtfach und/oder führen eine Schulpartnerschaft mit einer chinesischen Schule.

Der Chinesischunterricht an Schulen in Deutschland entwickelte sich in den vergangenen 20 Jahren in vielen Fällen vom Zusatzangebot zum festen Bestandteil des Regelunterrichts. Während Ende der 1990er Jahre nur 34 Schulen ein Chinesisch-Angebot hatten – hauptsächlich in Form einer Arbeitsgemeinschaft – wurde laut einer Erhebung des Fachverbands Chinesisch im Jahr 2020 bereits an 114 Schulen Chinesisch als Wahlpflichtfach angeboten. 

Dabei unterscheidet sich das Angebot je nach Bundesland erheblich. In Nordrhein-Westfalen, Berlin, Bayern und Baden-Württemberg gibt es die meisten Schulen mit Chinesisch als Unterrichtsfach, in anderen Ländern wird Chinesisch ausschließlich als Arbeitsgemeinschaft angeboten. In zwölf Bundesländern, in denen Chinesisch in der gymnasialen Oberstufe unterrichtet wird, kann es auch als Abiturfach, zumeist als mündliches Prüfungsfach, gewählt werden. 

In Zukunft benötigt Deutschland auf vielen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Feldern noch mehr Fachleute mit China-Kompetenz.

Deutschland verliert Anschluss

Die Zahl der Schüler:innen, die Chinesisch lernen, stieg zwar während der 2000er Jahre stark an, stagniert jedoch seit einigen Jahren bei etwa 5.000 Lernenden bundesweit und ist teilweise sogar rückläufig. In unserem Nachbarland Frankreich lernen hingegen derzeit etwa 38.000 Schüler:innen Chinesisch. Auch im Vergleich zu anderen Fremdsprachen, die an Allgemeinbildenden Schulen unterrichtet werden, wie Spanisch mit rund 473.000 Lernenden oder Russisch mit ca. 98.000 Lernenden, ist diese Zahl angesichts der Bedeutung Chinas noch deutlich ausbaufähig. 

In Zukunft benötigt Deutschland auf vielen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Feldern noch mehr Fachleute mit China-Kompetenz. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die langfristige Etablierung von Chinesischunterricht als Regelfach in allen Bundesländern. 

Unterstützung und Förderung

Wir möchten deshalb die strukturelle Verankerung von China-Kompetenz im deutschen Schulsystem weiter unterstützen. Insbesondere fördern wir weiterführende Schulen aller Schulformen finanziell und inhaltlich dabei, Chinesischunterricht und China-Arbeitsgemeinschaften weiter auf- und auszubauen. Gerade China-AGs eignen sich für viele Schulen gut als Erprobungs- und Einstiegsmodell für den Übergang zum regulären Wahlpflichtfach Chinesisch. 

Wir unterstützen und begleiten darüber hinaus die Lehrplanentwicklung sowie die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien und Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte. Unser Ziel ist es, die Standardisierung und Kompetenzorientierung des Schulfachs Chinesisch zu stärken.

Jetzt Antrag stellen!

Schulen können Projektanträge für ausgeschriebene Fördermaßnahmen stellen und erhalten so die Gelegenheit, einen China-Bezug nachhaltig ins Schulprofil aufzunehmen und weiterzuentwickeln.  Zurzeit können Sie ganz konkret Anträge für die Einsteigerprojekte China und für Ihre China-AG Förderung beantragen. Kontaktieren Sie uns!

 

Foto: Goethe-Institut China/GaoYanfeng

Ansprechpartner:in

Dr. Hue San Do 杜慧珊, Referentin für Fortbildungen & Netzwerk