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Praxisbericht:

Stärkung des China-Profils durch die Einsteigerprojekte China

Berlin Berlin

Immer mehr Berufsschulen bieten Chinesisch als Fremdsprache an, so auch das private GPB College in Berlin. Gleichzeitig möchte die Schule ihren China-Schwerpunkt erweitern und unterrichtet daher, mit Unterstützung des Bildungsnetzwerks, inzwischen auch eine China-AG auf zwei Niveaus und organisiert Vorträge. Wir sprachen mit Frau Fangjun Xiong, Chinesischlehrerin am GPB College, sowie zwei ihrer Schülerinnen.

Fragen an Frau Xiong: An welcher Schule arbeiten Sie und welche China-bezogenen Aktivitäten gibt es?

Ich arbeite an der Berufsschule GPB College in Berlin. Unsere private Berufsfachschule, Fachschule und Fachoberschule bietet Schüler:innen Schulabschlüsse und ein Ausbildungsangebot in technischen, kaufmännischen und Fremdsprachenberufen in insgesamt zehn verschiedenen Berufsfeldern. Momentan wird Chinesisch in kaufmännischen Ausbildungszweigen und Fremdsprachenberufen unterrichtet.

Neben dem wöchentlichen Sprachunterricht bieten wir auch den Schüler:innen die Möglichkeiten, außerhalb des Unterrichts die chinesische Kultur zu erleben und die Sprache anzuwenden. Wir organisieren Restaurantbesuche in China-Restaurants, um Bestellungen für Essen und Trinken auf Chinesisch zu üben. Es gibt Workshops für chinesische Kalligraphie und Tuschmalerei. Darüber hinaus können unsere Schüler:innen außerdem bei einer Teezeremonie reinschnuppern. Wir gehen auch ins Kino und besuchen Ausstellungen. Zudem gab es vor der Corona-Pandemie noch Tandemtreffen, bei dem sich chinesische Deutschlernende mit unseren Schüler:innen austauschen konnten. Mit der Förderung des Bildungsnetzwerks China bieten wir seit Mai 2021 China-AGs für alle an, die sich für die chinesische Sprache und Kultur interessieren. Zudem möchten wir noch externe China-Expert:innen in die Schule einladen, damit unsere Schüler:rinnen sich mit ihnen über unterschiedliche Themen austauschen können.

Seit wann gibt es Chinesisch-Unterricht und wie kam er zustande?

Seit 2016 bietet unsere Schule Chinesisch-Unterricht an. China entwickelt sich rasant in den Bereichen Handel, Finanzen, Politik und Bildung. Diese Entwicklung bietet Personen mit Chinesisch-Kenntnissen heutzutage sehr gute Karrierechancen, denn es gibt weiterhin wenig gut ausgebildete, chinesisch-sprachige Personen.

Unsere Schüler:innen, die eine Ausbildung in kaufmännischen Berufen und Fremdsprachenberufen absolvieren möchten, haben eine hohe Wahrscheinlichkeit später beruflich und/oder privat Chines:innen zu begegnen. Daher wird Chinesisch in unserer Berufsschule als dritte Fremdsprache unterrichtet.

Was ist aus Ihrer Sicht besonders wichtig, wenn man sich für das Erlernen von Chinesisch entscheidet?

Offenheit und Neugier, Mut und Durchhaltevermögen: Wenn eine Person offen ist und ihren Blick öffnet, hat sie einen freieren und breiteren Zugang zu der Sprache, das heißt, sie lässt die Sprache auf sich wirken ohne zu werten und durchlebt dadurch ein intensiveres Lernerlebnis. Die Neugier führt zu einer Entdeckungsreise und weckt die Motivation, mehr über die Menschen, Kultur und Sprache wissen zu wollen, und sich gleichzeitig selbst zu reflektieren. Um die chinesische Sprache zu erlernen, braucht man außerdem Mut, weil die Sprache eine komplett neue Fremdsprache ist, die sich sehr von den romanischen und germanischen Sprachen unterscheidet. Man muss mutig sein, dem Distanten begegnen zu wollen. Und eine Herausforderung bringt immer einen Reiz mit sich. Wie beim Erleben jeder Fremdsprache, muss man viel üben, besonders wenn man gerade nicht in diesem Land lebt. Die Sprache gut zu lernen, ist zeitintensiv und dabei ist Durchhaltevermögen angesagt.

Mit der Förderung durch das Bildungsnetzwerk China ist das Thema "China-Kompetenz" noch viel präsenter im Schulalltag.

Welche Perspektiven haben Ihre Schüler:innen mit Chinesisch?

Personen mit Chinesisch-Kenntnissen haben sehr gute berufliche Perspektive. Denn China nimmt eine wachsende wirtschaftliche, kulturelle und politische Position in der Welt ein. Und China ist einer der wichtigsten Wirtschaftspartner Deutschlands. Dies macht es in Deutschland erforderlich, dass es Menschen gibt, die Chinesisch können und die mit der Geschichte und Kultur dieses Landes vertraut sind.

Chinesisch-Lernen führt zu interkultureller Handlungsfähigkeit. Die Globalisierung bietet viele Gelegenheit zu persönlichen Begegnungen mit Chines:innen, die als Studierende, als Tourist:innen, oder aus beruflichen Gründen nach Deutschland kommen. Auch immer mehr Deutsche reisen, studieren, arbeiten oder leben in China. Es bieten sich daher durch das Lernen der chinesischen Sprache interessante Möglichkeiten der Anwendung. Dadurch wird die kommunikative Kompetenz und interkulturelle Handlungskompetenz gefördert.

Ferner verfeinert und schärft das Lernen der chinesischen Sprache die Wahrnehmung von Sprachen allgemein. Denn das Betrachten, Üben und Erleben der chinesischen Schriftzeichen fördert die ästhetische Gestaltungsfähigkeit. Die mündliche Anwendung mit verschiedenen Tönen erfordert die Konzentration auf das Sprechen und fördert somit die Bewusstheit für Wortwahl. Der Lernweg, wie man sich die Töne und Schriftzeichen einprägt, kann sich auch positiv auf das Lernen anderer Sprachen auswirken.

Weshalb haben Sie sich beim Bildungsnetzwerk China um Förderung beworben?

Für viele Schüler:innen ist das Land China immer noch sehr fremd. Die Komplexität der chinesischen Sprache schreckt viele Sprachlerner:innen ab. Und die öffentliche Debatte zu China ist häufig von Stereotypen geprägt, wir möchten unseren Schüler:innen eine Möglichkeit bieten, sich ein eigenes Bild von diesem Land machen zu können. Wir hoffen, dass unsere Schüler:innen dadurch die chinesische Kultur besser kennenlernen und eine engere Verbindung aufbauen. Die Förderung ermöglicht es uns, weitere China- bezogene Aktivitäten organisieren zu können, durch die die chinesische Sprache und die Philosophie besser vermittelt werden.

Mit den Fördermaßnahmen konnten wir noch eine China-AG ins Leben rufen, dadurch möchten wir das Interesse und Neugier auch bei jenen Mitschüler:innen, die noch kein Chinesisch lernen, wecken. Das Thema „China-Kompetenz“ ist somit noch viel präsenter im Schulalltag.

Außerdem unterstützen die Förderprogramme uns bei der Unterrichtsentwicklung. Denn wir können breitere Lehrmaterialien anschaffen und verschiedene digitale Tools im Unterricht einsetzen. Und das spielt eine sehr positive Rolle bei der Unterrichtsqualität und der Lernmotivation der Schüler:innen.

Frau Fangjun Xiong
Frau Fangjun Xiong

Fragen an zwei Schülerinnen: Warum habt ihr euch für Chinesisch entschieden – eine Sprache, die sich sehr von den Sprachen in der Schule unterscheidet?

Schülerin Zahra:
Ich habe mich dazu entschieden Chinesisch zu lernen, um meinen professionellen Horizont zu erweitern. Ich wollte mich aber auch dazu zu bringen, eine Sprache zu lernen, die nicht den Mustern von romanischen oder germanischen Sprachen folgt.

Schülerin 2:
Ich habe mich in erster Linie aus beruflichen Gründen dafür entschieden Chinesisch zu lernen. Da sehr viele Menschen Chinesisch sprechen, dachte ich, dass es sich durchaus lohnt genauso gut Chinesisch zu lernen wie Englisch. Ich hatte auch schon seit meiner Kinder ein großes Interesse an ostasiatischen Ländern und ihren Kulturen. Ich finde es spannend, wenn man bspw. hier in Deutschland zu den wenigen Deutschen gehört, die Schriftzeichen lesen können. Für Menschen, die sich gar nicht mit Chinesisch bzw. Fremdsprachen auskennen, wirkt es sozusagen wie ein Code, den sie nicht entschlüsseln können.

Ich habe mich für Chinesisch entschieden, um meinen beruflichen Horizont zu erweitern.

Wie lernt ihr Chinesisch, habt ihr Tipps?

Schülerin Zahra:
Ich nutze einen Mix der Apps Busuu (nutze ich persönlich) und Quizlet, das sind Flashcards unserer Lehrerin. Ich probiere ich auch die Wörter anhand von Vokabel-Wiederholungsprogrammen zu lernen.

Schülerin 2:
Wenn ich Sprachen lerne, ist für mich das Ziel, mich an die Sprache zu gewöhnen und mich damit wohl zu fühlen. Deswegen integriere ich sie in meinen Alltag. Bspw. höre ich sehr viel Musik und nutze das indem ich chinesische Lieder in meine Playlist hinzufüge. Oder ich bin oft auf YouTube und abonniere dann Channels, die sich auf das Lernen der chinesischen Sprache oder China fokussieren.

Des Weiteren hilft es auf einer Sprach-App eine:n Lernpartner:in zu finden, sprich eine:n Muttersprachler:in, der:die wiederum deine Muttersprache lernen will, sodass man sich gegenseitig hilft. Förderlich wäre dabei auch zu telefonieren oder sich auf bspw. Zoom zu treffen um das Sprechen und Hören zu verbessern. Man muss täglich mit der Sprache in Kontakt kommen.

Was verbindet ihr mit China?

Schülerin Zahra:
Eine reiche Mythologie, TCM (traditionelle chinesische Medizin) und die Farbe Rot.

Schülerin 2:
Mit China verbinde ich Interesse am kulturellen Reichtum, wie Essen, Traditionen (Feste wie das Mondfest, Kleidung, Gepflogenheiten) und Sehenswürdigkeiten. Spontan fallen mir berühmte Sehenswürdigkeiten ein, wie die Chinesische Mauer oder die Verbotene Stadt. Ich denke auch an chinesische Promis wie Jackie Chan oder an bekannte Kampfsportarten wie bspw. Gongfu.

 

Fotos: GPB College Berlin

Ansprechpartner:in

Bettina Böhm, Referentin für Schulförderung